Magical Tome

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Die Frage nach der Bedeutung von Leiblichkeit und Sinnlichkeit im Mittelalter war zuerst Gegenstand historischer Forschung. Jacques Le Goff erklärte sie zu einer der?größten Forschungslücken in der Geschichtsschreibung?, der sich in der Folge die Annales-Schule, die historische Anthropologie und die Mentalitätsgeschichte widmeten.0Die vorliegende Studie richtet den Blick auf die Leiblichkeit der Musik, um diese Lücke auch im Bereich der Musikwissenschaft zu schließen. Das Interesse für die sinnliche Natur des Menschen war nachweislich durch die Aristoteles-Rezeption geprägt[, deren Einfluss sich auch in der musikalischen Wissenskultur des Due- und Trecento nachweisen lässt]. Dieser kulturgeschichtliche Befund wird an den frühen einstimmigen Ballate des 14. Jahrhunderts philologisch und analytisch erprobt. Die Untersuchung ihrer Kompositionstechnik und spezifischen Tanzidiomatik erweist die Trecento-Ballata als konkretes Zeugnis für die Präsenz des Körpers in der Musik.
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