Magical Tome

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Georg Simmel (1858-1918) ist nicht nur einer der zentralen Begründer der Soziologie, sondern trug auch eine einflussreiche Ästhetik vor. Dabei ist Simmels Ansatz doppelt ausgerichtet: Der säkular gearbeiteten und bis heute höchst erfolgreichen soziologischen Ästhetik, die sich am Konzept sozialer Wechselwirkung orientiert, steht eine in ihrem Gesamtprofil bisher nicht erfasste, emphatische Kunstphilosophie kulturalistischer Prägung gegenüber, die Artefakte als Schauseite der Metaphysik im Modus einer spezifischen Weltgründungskunst versteht.0Die vorliegende Arbeit diskutiert Eigenart und Verhältnis dieser beiden Ästhetiken und leitet so über zu einer exemplarischen Würdigung von Simmels eminenten Wirkungen in Kunstgeschichte, liberalkonservativer Kulturkritik und früher Frankfurter Schule.0Negation der Arbeitsteilung, Formwerdung als kreativistische Entäußerung schlechthin der ?Seele? sowie Werk- als Wirkungsästhetik von Bedeutungsintensität sind 'Leitbegriffe', mittels derer Simmels Denken radikaler Autonomie der Kunst sortiert und in ihren Chancen und Grenzen um 1900 erfasst wird.
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